Veranstaltung

Ausstellung "Peter Guth (1957-2006) - Vom Werden und Vergehen"

Peter Guth
So, 11. März bis So, 17. Juni 2018
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit
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Beschreibung
Peter Guths Turm der Künste entsteht 1992 als Mahnmal
gegen die drohende Schließung der erst zwei Jahre zuvor neu eröffneten Galerie der Stadt Sindelfingen. Er ist als Symbol gegen die Bedrohung der Kultur, der Künste – der Malerei, Grafik, Bildhauerei und der Installationen, Objekte und Inszenierungen im Sinne von Josef Beuys – und ihrer Wirkungsorte durch politische und gesellschaftliche Unwissenheit geschaffen worden. Zugleich ist er ein zentrales Werk in Peter Guths Oeuvre, das dessen umfassende Kunst- und Weltsicht widerspiegelt. Werden und Vergehen in all seinen Facetten: Geburt, Leben und Tod, sind von Anfang an das große Thema im Schaffen des 1957 in Mengen bei Sigmaringen geborenen, 2006 mit nur 49 Jahren in Aalen verstorbenen Künstlers. Flügelhemd und Portrait-Zeichnungen seiner sterbenden Mutter sind beispielhafte künstlerische Zeugnisse dafür. Am Beginn seiner Laufbahn stehen in den 1970er Jahren Malerei und Zeichnung, in denen Gegenständliches im Sinne der Neuen Figuration ebenso zu finden ist wie eine abstrakte, an das Informel angelehnte Formensprache. Die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Formensprachen wie unterschiedlicher Kunst- und Ausdrucksmittel zieht sich durch das Gesamtwerk Peter Guths. Das Studium bei Rudolf Schoofs an der Stuttgarter Kunstakademie, das er 1977 aufnimmt, ist wohlgewählt, findet er hier doch eine seinen Intentionen nahe künstlerische Sicht auf die Wirklichkeit, die fortan in seinem Schaffen Ausgangspunkt der Auseinandersetzung bleibt: einen formalen wie inhaltlichen Dialog des Künstlers mit der Materie – in der Natur wie in der Kunst. Daraus erwächst ein weitverzweigtes Netz von bildnerischen Elementen, die Peter Guth zu Bildern und ihren Erzählungen vom und über das Leben formt.

Fundstücke als Bildträger und bildhauerische Objekte
Schon früh gehören zu diesem Kunstwerdungsprozess Fundstücke jeder Art als Bildträger wie auch als bildhauerische Objekte. Sie sind die materiale Konstante im Werk Peter Guths. Aber die gebrauchten Bettlaken, Papiere, Bettteile, Fenster, Türen, Säulen, Holzböden, Metallteile oder Baumscheiben tragen auch Gebrauchs- und Lebensspuren, ihre eigene Geschichte, die er zu einem wesentlichen Teil seiner Arbeiten macht. Schon in die Studienzeit fällt auch die Hinwendung zu Holzschnitt und Holzdruck, die mehr als zwei Jahrzehnte einen Schwerpunkt im Oeuvre des Künstlers bilden. Im kleinen Format auf Papier bis hin zu Riesenformaten auf Leinwand, wie den Tanzboden-Drucken oder den Baumscheiben-Drucken, in denen er der Kreisform neue Bedeutung verleiht, entwickelt Peter Guth seine gänzlich eigene Formensprache, die auf den Ausdruckselementen von Linie und Fläche in stets zurückhaltender Farbigkeit fußt. Auch erste Installationen datieren in diese Zeit und prägen die späten 1980er und vor allem die 1990er Jahre im Schaffen Peter Guths, sind aber nur noch  fotografisch-dokumentarisch erhalten. Von 1985 bis zu seinem Tod ist der Künstler obendrein am Peutinger-Gymnasium in Ellwangen tätig, wo er als Lehrender ganze Schülergenerationen mit seiner Leidenschaft zur Kunst infiziert. In seinen letzten Lebensjahren ist Peter Guth als Kunstvereinsvorsitzender in Ellwangen erfolgreich mit der Wiederbelebung der darniederliegenden Institution befasst.

Existenziell ausdrucksstarke Gesichter
Künstlerisch kehrt er zu seinen malerischen und zeichnerischen Anfängen zurück. So entstehen 2003 bis 2005 die eher kleinformatigen Tuschmalereien der umfangreichen Serie Sichten. Mit diesen existentiell ausdrucksstarken Gesichtern, die in ihrer körperlosen Setzung auf leerem Grund Werden und Vergehen ein letztes Mal auf den Punkt bringen, schließt sich der Kreis im Schaffen Peter Guths. Die Kreisgalerie Schloss Meßkirch zeigt zwölf Jahre nach dem frühen Tod von Peter Guth einen Querschnitt durch das Schaffen dieses für das Leben in all seinen Facetten wie auch seinen Abgründen sensibel aufgeschlossenen Künstlers, der seiner Herkunftsheimat in Oberschwaben über eine Vielzahl von Ausstellungen, Werkaufenthalten, thematischen Anleihen stets verbunden geblieben ist. Die erste Sonderausstellung der im März 2006 eröffneten Kreisgalerie Schloss Meßkirch zum Thema „Holzschnitt in Oberschwaben“ war zugleich die letzte von Peter Guth. Er ist während dieser Ausstellung verstorben.

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Veranstaltungsort
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Kosten
Eintrittspreise: Kreisgalerie, Dauer- und Sonderausstellung 3,– € (ermäßigt 1,50 €) Sammelticket Kultur- und Museumszentrum Schloss Meßkirch mit Kreisgalerie, Martin-Heidegger-Museum und Oldtimer-Museum: 7,– € (ermäßigt 3,50 €) Jahreskarte 15,– €
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Hinweise
Öffnungszeiten der Ausstellung: Freitag bis Sonntag sowie feiertags jeweils 13 bis 17 Uhr

Sonderführungen durch die Ausstellung: Sonntag, 8. April 2018, 15 Uhr Sonntag, 13. Mai 2018, 15 Uhr mit Otto Pannewitz

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Veranstalter
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Weitere Informationen finden Sie hier: Flyer Ausstellung Peter Guth
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