Veranstaltung

Ausstellung Evangeliare, Stundenbücher und Heldendichtung

So, 3. Juli bis So, 9. Oktober 2016
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Schätze der mittelalterlichen Buchkunst aus zehn Jahrhunderten!
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Beschreibung
Unter dem Titel „Evangeliare, Stundenbücher, Heldendichtung“ wird in der Kreisgalerie Schloss Meßkirch am kommenden Sonntag, 3. Juli 2016, 16 Uhr, eine Ausstellung mit Faksimiles von Meisterwerken der abendländischen Buchkunst vom 6. bis ins 16. Jahrhundert eröffnet. Nach der Begrüßung durch Landrätin Stefanie Bürkle und einem Grußwort des Meßkircher Bürgermeisters Arne Zwick wird die Wiener Kunsthistorikerin Dr. Barbara Schedl in die Ausstellung einführen. Die musikalische Begleitung der Vernissage übernehmen Cornelia Lanz (Mezzosopran), Oliver Heise (Klavier) und Dr. Maria Goeth (Dramaturgie und Moderation). Die Ausstellung ist bis 9. Oktober 2016 jeweils von Freitag bis Sonntag sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Im Begleitprogramm werden Sonderführungen angeboten an den Sonntagen, 17. Juli, 21. August, 4. und 25. September, jeweils um 15 Uhr. Zum Abschluss der Schau findet eine wissenschaftliche Tagung der Gesellschaft Oberschwaben zum Thema „Herrschaft, Kirche und Bauern im nördlichen Bodenseeraum in karolingischer Zeit“ am 7./8. Oktober 2016 in Schloss Meßkirch statt.
 
Dank der Unterstützung von passionierten Sammlern mit Kurator Dr. Roland Specker an der Spitze können in der Ausstellung 76 überwiegend opulent illustrierte Schätze aus tausend Jahren mittelalterlicher Buchherstellung bewundert und vielfach von den Besuchern sogar eigenhändig an Lesepulten geblättert und berührt werden. Denn anstelle der kostbaren Originale, wie sie beispielsweise vor vier Jahren in der Ausstellung zu den Grafen von Zimmern und die Kultur des schwäbischen Adels wohl beschützt und aus sicherem Abstand in verdunkelten Vitrinen in der Kreisgalerie zu bewundern waren, sind dieses Mal aufwändig hergestellte Faksimile-Kopien zu sehen, die den altehrwürdigen Vorlagen täuschend ähnlich sind. Das „Berühren der Figüren mit den Pfoten“ ist mithin dieses Mal keineswegs verboten, sondern ausdrücklich erlaubt!
 
Evangeliar Kaiser Ottos III. und Stundenbuch des Duc de Berry 
Bekannte Meisterwerke der sakralen wie der weltlichen Literatur des europäischen Mittelalters können in Gestalt von vielfach berückend schön illustrierten und verzierten Evangeliaren, Sakramentaren und Apokalypsen, privaten Andachts- und Stundenbüchern, aber auch von profanen Heldendichtungen, Reiseberichten, Pflanzen- und Tierbeschreibungen in der Kreisgalerie ganz aus der Nähe bestaunt und „begriffen“ werden. Das kurz vor der ersten Jahrtausendwende auf der Klosterinsel Reichenau entstandene Evangeliar Kaiser Ottos III. ist dabei ebenso vertreten wie das prächtige Weingartener Berthold-Sakramentar aus dem beginnenden 13. Jahrhundert, die bekannte Donaueschinger Nibelungenliedhandschrift C oder das berühmteste aller Stundenbücher, „les très riches heures“ des Duc de Berry aus dem 15. Jahrhundert.
 
Dass neben all den prächtigen Codices auch der bekannte St. Galler Klosterplan aus der Zeit um 820 in der Ausstellung zu sehen ist, stellt nicht zuletzt eine Referenz an das Meßkircher Campus Galli-Projekt dar, das diese älteste Architekturzeichnung des Mittelalters in einem Langzeitprojekt mit den baulichen Möglichkeiten des 9. Jahrhunderts zu realisieren versucht. Ergänzt wird die Ausstellung zur mittelalterlichen Buchkunst durch eine von der Stiftsbibliothek St. Gallen zur Verfügung gestellte instruktive Dokumentation zur Schriftentwicklung sowie zur Herstellung und Beschriftung von Pergament und nicht zuletzt zur Technik der Buchmalerei.
 
Zur Ausstellung ist beim Gmeiner-Verlag Meßkirch ein Katalog mit Beschrieben aller 76 ausgestellten Handschriften sowie ganzseitigen Abbildungen von 37 Miniaturen aus den Büchern erschienen. Der Katalog wird in der Ausstellung kostenfrei und mit der Bitte um eine Spende abgegeben. Ausstellung und Katalog wurden von der Hohenzollerischen Landesbank Kreissparkasse Sigmaringen, der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch und dem Quaternio-Verlag Luzern gefördert.
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